Montag, 18. April 2011

Ausstellung

Der Tag begann heute mit einem Besuch des spanischen Botschafters bei uns in der Uni. War ganz ok, hat sich aber nicht unbedingt rentiert. Er hat ca 20 Minuten über die Bedeutung Europas für Russland geredet, dann genau drei Fragen von Studenten beantwortet und ist dann wieder abgerauscht. Immerhin weiß ich jetzt, dass man ihn korrekterweise mit His Excellency anreden würde, sollte man je in die Verlegenheit kommen.

Danach war Russisch angesagt, und man konnte wunderbar die unterschiedliche Arbeitsmoral in verschiedenen Ländern beobachten: In der ersten Hälfte waren nur Margit und ich da, und alle Aufgaben waren schnell erledigt. Dann kamen die Franzosen, und fingen direkt an, sich darüber zu beschweren, dass man die französischen Namen nicht mehr versteht, wenn sie russisch ausgesprochen und dann noch in irgendeinem komischen Fall gebeugt sind. (Denen hat wohl auch noch niemand gesagt, wie man John Lennon richtig ausspricht).

Naja, das "Highlight" des Tages war eine Ausstellung von einer Kunstschule in Moskau, zu der wir auf mysteriösen Wegen eingeladen wurden. Für Albina und mich war es mal wieder eine Art Blind Date, da wir nur wussten, dass wir eine Ausstellung besuchen würden, aber nicht, wo, was oder warum. Aber wir sind da ja nicht so...

Es stellte sich raus, dass es eine Ausstellung der Aquarellschule von Sergeij Andriaka war, bei der Werke von ihm selbst, von Lehrern und von Schülern ausgestellt wurden. Es war ganz  ok, aber ich finde, wenn man Sachen möglichst naturgetreu abbilden will, kann man auch einfach ein Foto machen.  Moderne Kunst sucht man da auf jeden Fall vergeblich. Dafür gab es immerhin ein paar Bilder von Orten, die mir bekannt vorkamen (zB Freiburg).

Und nebenbei bemerkt auch ganz viele Fotos von uns drei mit schickem Mirbisschal (den wir leider leider nicht behalten durften), mit und ohne Maler, damit Mirbis in Zukunft mit uns angeben kann. Mit der Zeit kam man sich da schon ein bisschen wie ein Tier im Zoo vor.

Die gute Frau war ein bisschen überfordert mit dem fotografieren



Albina ist hier Russian Style unterwegs, weil es heute ganz schön heftig gestürmt hat. Ich habe gar nicht realisiert, wie heftig, aber Emma hat mir erzählt, dass sich unser Nachbardach im Wind bewegt hat. Wir haben zwei umgestürzte Bäume gesehen, von denen einer in eine Trolleybusoberleitung und der andere auf ein Auto gefallen ist. Ich weiß nicht, ob ich das schonmal erwähnt hab, aber Trolleybusse sind Busse, nur dass sie eine Oberleitung haben wie Straßenbahnen. Leider können sie nur fahren, wenn sie an so einer Leitung hängen. Ich kann mir also nur vorstellen, dass sich dort dann ein ziemlich langer Stau von Bussen gebildet hat, weil sie ja nicht weiterfahren können, wenn die Leitung kaputt ist, aber auch nicht umkehren.

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