Montag, 7. März 2011

Masleniza II

Heute war der letzte Tag von Masleniza. An diesem Tag soll man allen Leuten verzeihen, mit denen man im letzten Jahr Probleme hatte. Da früher das russische Jahr mit dem Frühling angefangen hat, ist der Hintergrund, dass man ohne Altlasten ins neue Jahr starten kann.

Heute ist auch großer Volksfesttag, überall kommen die Leute zusammen, um nochmal Blini zu essen und außerdem Masleniza-Puppen zu verbrennen, um so symbolisch den Winter auszutreiben. Alex und ich sind mit 4 Russen/Kasachen losgezogen, um uns das ganze aus der Nähe anzusehen.

Das erste Erlebnis der russischen Art hatten wir schon vor dem Eingang zum dem Park, in dem das Volksfest stattfand. Da gab es nämlich eine riesige Schlange an der Kasse (aus irgendeinem Grund musste man da Einritt zahlen, aber auch nicht wirklich viel). Wir hatten natürlich keine Lust zu warten, aber netterweise hat sich Andreij aufgemacht, um das ganze landesgemäß abzukürzen. Man gehe also zu dem Kontrolleur am Einlass und frage ihn, für wie viel er einen so reinlässt. Nachdem das sogar weniger war als der eigentliche Eintrittspreis, hatten wir alle was davon und waren glücklich. Korruption ist also ansteckend :-)

Das Volksfest selber war eigentlich wie jedes andere auch, wenn auch mit wenig Fahrgeschäften, dafür mehr "traditionelle" Belustigungen. So zum Beispiel Gewichtestemmen mit 32 kg schweren Kugeln. Das lustige ist ja eigentlich, dass im Uni-eigenen Fitnessstudio laut Alex diese Woche auch solche Kugeln rumlagen, wohl damit die Russen trainieren und dann ihren Freundinnen imponieren  können. Eisrutschen, Ponyschlitten und Pfannkuchenstände durften natürlich auch nicht fehlen. Alex hat sich auf jeden Fall wacker geschlagen. Das regelmäßige Training zahlt sich also langsam aus.


Danach sind wir noch was trinken gegangen. Es war ziemlich spannend, weil ich 2 der Russen vorher praktisch nicht kannte, obwohl sie direkt neben uns wohnen. Sie sind etwa in unserem Alter und seit Herbst verheiratet. Ursprünglich kommen beide aus Kasachstan, aber jetzt arbeitet sie hier in Moskau  und er studiert noch. Das krasse ist, dass er Maschinenbau studiert, aber hier in Russland grade mal ein Gehalt von ca 500€ erwarten kann. Das ist schon recht heftig, wenn man das mal mit dem deutschen Einstiegsgehalt vergleicht.

Danach gabs noch einen kleinen Abstecher zum Roten Platz, wo eine Show stattfand, die wir uns aber nur von jenseits des Zaunes angeschaut haben. Dass man auch da sehr viel Spaß haben kann, beweist dieses Video: http://www.youtube.com/watch?v=W4_kNQSwd9M 


Zurück daheim gab es dann nochmal Blini für alle, auch wenn sich das Herstellen ziemlich in die Länge gezogen hat, so dass wir erst gegen halb 12 zu Abend essen konnten. Es hat sich aber gelohnt. Hier noch ein paar Fotos des Tages, allerdings diesmal alle von Alex geschossen. Man merkt vielleicht auch, dass das mit dem Winter austreiben noch nicht so richtig geklappt hat, zwischenzeitlich hat es ganz schon heftig geschneit, zum Glück aber nur kurz.


Andreij beim Gewichtestemmen


Ich, Arpine, Oleg, Varya und Andreij




Das historische Museum

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