Mittwoch, 9. Februar 2011

Big yellow bus

Bus fahren ist hier ja schon so ein Erlebnis. Der Bus, mit dem wir fahren, hat die Nummer 818, ist nicht besonders groß (ca 20 Plätze) und gelb. Bei uns heißt er trotzdem big yellow bus, weil es eben auch noch kleinere Busse (10 Plätze) gibt, die ebenfalls die Nummer 818 haben, aber woanders hinfahren. Laut Erzählungen sollte man tunlichst nicht in diese falschen Busse steigen, weil es mindestens 2 Std dauert, bis man wieder daheim ist.

Die Busse sind ziemlich alt und auch schon etwas klapprig. Ich werd auf jeden Fall mal ein Foto einstellen. So richtig bequem ist es nicht, das liegt aber hauptsächlich an den teilweise recht brutalen Temposchwellen überall.

Am Besten ist aber die Art, wie dort bezahlt wird. Man bekommt schon mal keinen Fahrschein. Deswegen kann man sich auch erst in Ruhe einen Platz suchen, dann seine 25 Rubel zusammensuchen und sie dem Fahrer geben. Wenn der Bus zu voll ist, kommt es auch schonmal vor, dass jemand sein Geld einfach dem Vordermann gibt und es so durch den ganzen Bus bis nach vorne durchgereicht werden. Im Zweifelsfall kommt auf dem gleichen Fall das Wechselgeld wieder zurück.
Und da sag nochmal jemand, dass man in Russland niemandem trauen kann.

Schließlich bliebe noch zu erwähnen, dass sich die Russen keinesfalls darauf beschränken, an den offiziellen Haltestellen einzusteigen. Das würde ja bedeuten, dass man womöglich 2 Meter mehr laufen muss. Stattdessen sind eine Reihe von inoffiziellen Haltestellen entstanden, die Fahrgästen und Fahrern bekannt sind. Dort versammeln sich dann ebenfalls mehr oder weniger große Menschengruppen, wie an einer ganz normalen Haltestelle. Fahrpläne gibt es ja sowieso nicht, es ist nur der erste und der letzte Bus sowie das Interwall zwischen den Bussen angeschrieben (5-10 min). Zur Rush-Hour kann das natürlich auch schonmal mehr werden, aber wer wird die Sache denn so eng sehen :-). Überhaupt, der Moskauer Verkehr...aber davon ein andermal mehr...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen