Dienstag, 15. Februar 2011

Tag 16 - Neues aus der Eishölle

Also erst mal dass wir uns hier richtig verstehen: Heute war es RICHTIG kalt, sogar so kalt dass selbst ich keine Augen mehr für den Schnee hatte, und das will ja schon was heißen. In Zahlen:

Ich finde ja, -18° als höchste Temperatur anzugeben ist schon fast ein bisschen unverschämt
Naja, trotz meiner Eskimobekleidung (Leggings unter der Hose, zusätzliche Wollsocken, Pulli, Strickjacke, Fleecejacke, Anorak, Mütze, Kapuze) war es ganz schön kalt, wenn man nicht grade in der Sonne unterwegs war. Wenn dann noch ein bisschen Wind ging, musste man einfach die Kapuze aufsetzen, weil die Kälte sonst durch die Mütze hindurch wehgetan hat. Ekelhaft. Ich weiß, ich habs mir selber ausgesucht, aber das ist einfach nicht mehr lustig. Und für mich eine absolut neue Erfahrung. Ich finde also, ich darf schon ein kleines bisschen jammern. Bin ja auch schon fertig :-)

Heute morgen auf dem Weg in die Uni erfuhren wir, dass die heutige Vorlesung ausfallen würde. Da wir eh schon fast da waren, beschlossen wir einfach doch mal hinzugehen um zu schauen, ob sich sonst noch was geändert hatte. Im siebten Stock angekommen traf ich vor dem schwarzen Brett eine Gruppe von Austauschstudenten, die mit Ekaterina, Head of International Office, diskutierten. Sie war etwas aufgebracht, weil kaum jemand von uns ihre Mail gelesen hatte, in der sie uns mitgeteilt hat, dass die Vorlesung ausfällt. Dabei hätte sie uns doch gesagt, wir sollten täglich unsere Mails checken usw... Wir erklärten, dass es uns gar nichts ausmache, umsonst so früh gekommen zu sein. Schließlich war es ja nicht ihr Fehler. Später stellte sich raus, dass sie die Mail erst 45 Minuten vor Beginn der Vorlesung gesendet hatte. Eigentlich müsste sie genau wissen, dass wir vom Campus aus mehr als eine Stunde unterwegs sind, um diese Zeit wäre also absolut niemand mehr zu Hause gewesen, um die Mail noch rechtzeitig lesen zu können. Russische Logik...naja.

Ich hab dann erst noch meine Russischhausaufgaben gemacht, wo ich ja eh schon da war, und bin dann trotz der Kälte noch ein bisschen Spazieren gegangen, da die Sonne zur Abwechslung mal wieder geschienen hat. Es war zwar saukalt, aber eigentlich sehr hübsch.






Also, bis hier war der Ausflug ziemlich nett. Dann kam ich auf die dümmliche Idee, an diesem Kanal entlangzulaufen. Was ich nich wusste war, dass der Trampelpfad nach der Brücke im Hintergrund nicht weiterging. Ich bin trotzdem mal weitergelaufen, um am anderen Ende wieder auf den normalen Gehweg zu kommen. Ganz schön anstrengend, wenn man bis zum Knöchel einsinkt. Kurz vor Ende des Weges sah ich dann, dass der "Ausgang" abgesperrt war. Also hieß es umkehren und den ganzen Weg wieder zurück. Ganz schön anstrengend. Danach war ich ein bisschen geschafft und wollte mich so langsam wieder auf den Heimweg machen.

Dazu musste ich jedoch erst mal wieder eine Metrostation finden. Die von der ich herkam hätte ich zwar wieder gefunden, aber das ist ja langweilig. Also trabte ich weiter in die Richtung, in der ich die Moskwa vermutete. Das war zum Glück auch die Richtige, so dass ich bald wieder auf dem rechten Weg war. Der Kreml eignet sich ja schon recht gut als Wegweiser.


Rechts der Kreml, im Hintergrund Moscow City


Von hier aus war es ein leichtes bis zur Metro, die Station kannte ich ja. Ich bin mir nicht sicher, ob heute ein besonderer Tag war, denn auf dem Roten Platz und vor Allem vor dem Historischen Museum und in der Metrostation waren unglaublich viele Polizisten (also deutlich mehr als normal) und auch ein paar Armeefahrzeuge unterwegs. Keine Ahnung was die da wollten.

Die nächste Herausforderung war dann erst mal, die richtige Metrolinie zu finden, da ich nicht den normalen Weg nehmen konnte, weil dort eine Station geschlossen ist. Bis ich dann raushatte, dass ich erst zur grünen Linie wechseln muss, dort ein Stück die Gleise entlang um schließlich zur richtigen Linie zu kommen, hat es ein Weilchen gedauert. Was war ich froh als ich endlich im Bus saß.

Nebenher hab ich noch eine Studie über Verkehrsschilder angestellt. Selbst die Leute auf den Schildern scheinen es genauso eilig zu haben wie die Moskauer. Und das andere war einfach zu schön, um hier nich aufgeführt zu werden.




Ja, und zum Abschluss wie gewünscht noch Fotos von unserer Wohnung. Man beachte bitte die geschmackvolle Bettwäsche (auch das Laken ist im gleichen Design).

Hier mein Bett in fröhlichem gelb, Emmas in dezentem weiß-rosa

Der Flur, links das andere Zimmer, rechts Bad und Toilette, ganz hinten die Küchentür (der Eingang ist rechts)




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